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Ressourcenorientiertes Konfliktmanagement in Organisationen

Ein Workshop der RG Rhein-Main-Neckar mit Roland Kunkel

 

Mit dem Referenten Roland Kunkel hatte die RG Rhein-Main-Neckar einen erfahrenen Mediator und Ausbilder der ersten Stunde des Bundesverbandes zu Gast. Der Einladung zum Workshop Ende Dezember 2008 waren rund 80 Teilnehmer nicht nur aus der Region gefolgt. Im Plenum wurde der "Grundstandard für den konstruktiven Umgang mit Konflikten" der Berliner Beratungsfirma von Roland Kunkel step vermittelt und an Beispielen in kleinen Arbeitsgruppen die ersten Schritte der Bearbeitung angewandt. Der Standard gibt Hilfestellungen, wie in der betrieblichen Kommunikationsstruktur (sowohl auf Seiten der Führungskräfte als auch bei den Interessenvertretungen) der vorwurfsvolle Umgang mit Fehlern und brisanten Themen transformiert werden kann.

Die Vielschichtigkeit des Verfahrens lässt sich hier nicht ausreichend darstellen, doch dem Referenten gelang ein sehr guter Einstieg in die verschiedenen Abstufungen der Kommunikationsformen mit Hilfe einer Gruppenarbeit: von der Aufgabe, die jemand übernimmt, über das Problem, den Konflikt, die Katastrophe bis hin zur Auflösung.

Entscheidend bei der Methode ist die Zuordnung der wichtigsten fünf bis sechs Themen in einer Tabelle. Die Akteure ordnen durch Ankreuzen ihre Themen den Feldern "Problem", "Konflikt" und "Katastrophe" zu. Damit werden oft schon verschiedene Konzepte der Konfliktbearbeitung und vor allem individuelle Sichtweisen deutlich, die zur Klärung beitragen können.

Kunkel geht davon aus, dass jede Organisation eine Bearbeitungskompetenz für Konflikte besitzt. Doch bei untrainierten Führungskräften, die bei Konflikten auf Lösungsstrategien ausweichen, die sie aus der frühen Kindheit kennen, fehlt oft die Verzahnung mit den vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen der Organisation. Diese "zarten Pflänzchen" Kooperation und Fachdialog zu hegen, sieht er als eine wichtige Aufgabe für den Mediator. Er sollte sich auf alle Fälle "vor den Insellösungen erst mal verneigen", die anschließend mit dem Grundstandard von step verbunden werden. Kunkel fragt immer nach den Kompetenzen und Stärken in der Organisation, damit sie erkannt und zur Lösung von Problemen herangezogen werden können. Wichtig sind die Problembeschreibung und die Formulierung, wie mit dem Problem zurzeit umgegangen und darauf reagiert wird. Die bisherigen Konfliktstrategien werden vom Mediator immer wertschätzend behandelt.

Dass die Handlungsfähigkeit einen ökonomischen Wert hat, ist in Kunkels Arbeit eine Kernaussage. Mit der unterhaltsamen und lehrreichen Darstellung von Beispielen aus der Praxis gab er einen sehr persönlichen Einblick in seine Arbeit.

 

Christine Oschmann

 

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